Wertung der Redaktion:6/10
"Unterm Strich bietet die Kampagne Durchschnittskost ohne echte Highlights"
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Test: Battlefield 3 Kampagne - Schlacht auf hohem Niveau?

Test: Battlefield 3 Kampagne - Schlacht auf hohem Niveau?
Mit Battlefield 3 will Electronic Arts der übermächtigen Konkurrenz (Call of Duty) Marktanteile klauen. Ob das klappen kann, erfahren Sie in unserem Test.

Der große Shooter-Showdown im Herbst kann beginnen! Dice tritt mit Battlefield 3 gegen Infinity Wards Call of Duty: Modern Warfare 3 an. Entwickler Dice hat seinen Fans Shooterkost auf höchstem Niveau versprochen und dafür die hauseigene Frostbite-Engine aufgebohrt. Grafisch soll Battlefield 3 neue Maßstäbe setzen und die Call of Duty-Reihe wortwörtlich alt aussehen lassen. Neben Dice’ Steckenpferd, dem Multiplayer-Modus, wollte man sich natürlich auch bei der Kampagne mit der Call of Duty-Reihe messen. Ob Battlefield 3 mit der hollywoodreifen Popcorn-Action eines Call of Duty mithalten kann oder sogar noch etwas obendrauf legt, haben wir ausführlich getestet. Bitte beachten: Test und Wertung beziehen sich nur auf die Kampagne! Der Test der Multiplayers folgt in Kürze in einem separaten Artikel.

Das finden wir gut

Grafisch ist Battlefield 3 auf der PS3 (dank HD-Texturen, die direkt zum Start mit auf die Platte gelegt werden) über weite Strecken ein wahrer Augenschmaus. Besonders die Licht- und Schatteneffekte sehen extrem gut aus. In dem Panzer-Level haben wir eine atemberaubende Weitsicht. Die Wüste, der Himmel, die Wolken - alles fügt sich perfekt zusammen. Auch der Sound kommt richtig satt aus den Boxen und holt das Gefecht realitätsnah ins heimische Wohnzimmer. Das macht Spaß!

Die sehr schlauchigen Levels haben uns ab und zu auch sehr amüsiert. So macht zum Beispiel das Kampfjet-Level richtig Spaß. Zwar ist es sehr schade, dass wir nicht selbst ins Cockpit schlüpfen dürfen, aber auch auf dem “Rücksitz” des Vogels kommt das Feeling eines Kampfjet-Piloten ziemlich realistisch rüber. Insgesamt ist die Abwechslung, die Dice in Battlefield 3 liefert, üppig, auch wenn die Story zum Gähnen ist. Neben dem Kampfjet dürfen wir nämlich auch noch in einen Panzer schlüpfen, aus einem Flugzeug springen und uns zu Fuß durch unterschiedliche Gebiete kämpfen. Leider fühlt sich das alles irgendwie wie eine kleine Kostprobe an, die nie so richtig ein Gesamtbild ergeben mag. Trotzdem gibt es gerade noch ein Gut für den Punkt Abwechslung.

Das finden wir weniger gut

Die gescripteten Schlauchlevels haben uns während der Kampagne nicht selten bis kurz vor den Wahnsinn getrieben. Legen wir uns z.B. an einer Treppe auf die Lauer um einige Gegner aus sicherer Position ins Jenseits zu befördern, kommen unsere Team-Mitglieder auf ihren fest gescripteten Laufwegen daher und schieben uns (liegend!) mitten in die Schusslinie der Gegner. Das ist ärgerlich! Da ist es doch schön, dass uns die KI oft tatkräftig unterstützt und todesmutig direkt vor unser Visier läuft. Unsere eigenen Teamkameraden sind jedoch leider nicht wirklich intelligenter.

Dice’ extrem potente Frostbite 2-Engine liefert zwar ein optisch sehr ansprechendes Ergebnis, bleibt aber über weite Strecken “zahnlos”. Wo ist die grenzenlose Zerstörung geblieben? Während man im Multiplayer richtig viel Kleinholz produzieren darf, hat Dice der Engine ausgerechnet in der Kampagne die Fesseln angelegt. Das Zerstören von Wänden uns Glasscheiben ist nur in ausgewählten Situationen möglich. Ansonsten sind die Gegner bei einem Beschuss selbst hinter dünnen Mäuerchen sicher. Schade, hier hat man massig Potenzial verschenkt.

Was die Story angeht, haben sich die Entwickler von Dice offenbar nicht die Arbeit gemacht, etwas Eigenes zu kreieren. Stattdessen hat man sich von der Konkurrenz (in diesem Fall CoD: Black Ops) inspirieren lassen. Als US-Marine Sgt. Blackburn wird man in einem stickigen Büro von zwei US- Bundesagenten in die Mangel genommen. Warum man hier auf dem Stuhl sitzt und von den beiden Typen mit Fragen gelöchert wird, erschließt sich erst im Verlauf der hauchdünnen Geschichte. Die Story wird in Form von Rückblenden erzählt (auch wie bei Black Ops …) und bietet den üblichen, uninspirierten Mix aus stolzen US-Soldaten, die austauschbare russische Terroristen mit aller Waffenmacht daran hindern wollen, mit aus dunklen Kanälen stammenden Massenvernichtungswaffen (in diesem Fall mehrere Atombomben) die Welt ins Armageddon zu bomben. Die Story ist sogar so dünn und die Charaktere so blass, das wir schon nach den sechs bis acht Stunden Spielzeit die meisten Namen wieder vergessen haben. Dimitri? Igor? Yuri? Ist ja auch nicht so wichtig…

Unser Fazit:
Um es kurz und schmerzlos zu machen: Die Kampagne von Battlefield 3 wird absolut nicht unseren Erwartungen gerecht. Die Story ist langweilig, völlig austauschbar und wirkt zusammengeschustert. Grafik und Sound sind zwar Bombe, die neue Frostbite-2-Engine zeigt aber trotzdem nicht ihr ganzes Können: Das Zerstören der Umgebung ist in der Kampagne fast gar nicht möglich. Unter dem Strich bietet die Solo-Kampagne von Battlefield 3 Durchschnittskost ohne echte Highlights. Als kleiner Snack zwischendurch ganz gut, eine Kaufempfehlung auf Basis der Kampagne gibt es aber leider nicht. Der Test des Multiplayers folgt in Kürze.