Test: Uncharted 3: Drake’s Deception - Das perfekte Abenteuer

Test: Uncharted 3: Drake’s Deception - Das perfekte Abenteuer
Zwei Jahre nach Uncharted 2: Among Thieves bringt Naughty Dog den heiß erwarteten dritten Teil des Action-Abenteuers auf den Markt. Lesen Sie den Test!

Zwei Monate vor Weihnachten bringt Entwickler Naughty Dog das bereits heiß erwartete dritte Abenteuer von Nathan Drake in die Regale der Händler. In dem natürlich wieder PlayStation 3-exklusiven Uncharted: Drake’s Deception verschlägt es den beliebten Abenteurer dieses Mal über Europa in den Nahen Osten, wo er zusammen mit seinem alten Freund und Mentor Victor “Sully” Sullivan auf den Spuren von Sir Francis Drake und Lawrence von Arabien das “Atlantis des Sandes” sucht. Dass diese Suche nicht ganz so reibungslos verläuft, ist zu erwarten… Runde 2 Jahre hat es gedauert, bis sich die Fans von Nathan Drake wieder in sein nächstes Abenteuer stürzen können. Mit Uncharted 2: Among Thieves hat Naughty Dog die Messlatte in Puncto Grafik, Action und Geschichte schon extrem hoch gelegt. Ob man mit Uncharted 3: Drake’s Deception nochmal eine Schippe obendrauf legen kann und sich die Wartezeit gelohnt hat, erfahren Sie in unserem Test.

Das finden wir gut

Indiana Jones war gestern, heute ist Nathan Drake am Zug! Uncharted 3: Drake’s Deception ist definitiv ein Blockbuster, wie er im Buche steht, denn er bietet Abenteuer, Spannung, Action und eine Prise Humor, die das Game zu einer Unterhaltung für die ganze Familie macht. Das liegt zum einen an den altbekannten Helden, die hier keine austauschbaren Figuren, sondern echte Charaktere sind. Es macht Spaß, Nate und Sully auf ihren Abenteuern zu begleiten und altbekannte Weggefährten aus den beiden früheren Abenteuern, wie Elena oder Chloe, wiederzutreffen. Ihre Interaktionen, ihre Dialoge und ihre Bewegungen sind (dank Motion Capture-Technologie) absolut filmreif und ihre Entwicklung glaubwürdig. Der Gesamtmix steht einem Hollywood-Blockbuster in Nichts nach!

Ein weiterer Pluspunkt ist die unglaubliche Vielfalt der Schauplätze, an die es Nate und seine Freunde verschlägt und die sehr liebevoll bis ins kleinste Detail ausgeschmückt sind. Sei es eine alte Burg in Frankreich, ein orientalischer Basar im Jemen, ein alter Schiffsfriedhof, eine endlose Wüste oder irgendeiner der anderen Schausplätze - das Setting scheint so echt, dass man förmlich die von den Flammen ausstrahlende Hitze zu spüren und den Staub in der Wüste zu schmecken meint.

Grafisch ist es Naughty Dog erneut gelungen, die Leistungsfähigkeit der PlayStation-3-Hardware optimal auszunutzen, ohne dass dies negative Effekte wie Ruckler, etc. auf das Gameplay hat. Uncharted 3 läuft einfach gesagt so flüssig über den Bildschirm wie Butter bei 30°C vom Brot. Das ganz große Highlight sind ohne Zweifel die brillanten Wüsten-Levels, in denen sich Drake durch bei gleißender Sonne durch die endlose Rub al- Chali kämpfen muss. Noch nie haben wir in einem Spiel so realistischen Sand gesehen, in dem Drake mit jedem Schritt tiefe Spuren hinterlässt. Aber nicht nur optisch macht Uncharted 3: Drake’s Deception eine extrem gute Figur, auch der Sound passt perfekt zu dem rund 8 Stunden langen Action-Ritt. Die Sound-Effekte klingen aus der Surround-Anlage extrem gut und die deutsche Synchronisation ist wie auch schon bei den beiden exzellenten Vorgängern sehr gut gelungen.

Das verbesserte Nahkampfsystem fügt sich perfekt in das Spiel ein. Nathan kann Gegner nun bei Überraschungsangriffen mit nur einer Aktion ausschalten. Erstmals kommen auch Gegenstände aus der Umgebung ins Spiel: Drängt man seinen Gegner zum Beispiel an eine Theke, kann man zu herumstehenden Flaschen greifen und sie mit einem beherzten Schlag zum Ausschalten des Bösewichts nutzen. Man kann jedoch nicht selbst zu einem Gegenstand greifen und auf seinen Gegner zulaufen, sondern muss ihn zuerst mit einem kleinen Schubser in die Nähe des jeweiligen Gegenstands bringen, um die Animation auslösen zu können. Auch das Deckungssystem, mit dem sich Nate per Kreistaste an Wände schmiegt oder hinter Mauern versteckt, funktioniert gut. Hier sollte man sich jedoch nicht immer zu sicher fühlen, da sich einige Mauern und Gegenstände, die auf den ersten Blick ausreichend Schutz bieten, zerstören lassen.

Die Story von Uncharted 3 ist ebenso komplex wie raffiniert und zieht uns von der ersten Minute an in ihren Bann. Sie ist spannend und humorvoll und zwingt förmlich zum Mitfiebern und Miträtseln. Apropos Rätsel: Neben jeder Menge Action in Form von Schlägereien, Schießereien und rasanten Verfolgungsjagden gibt es natürlich auch im dritten Teil wieder einige - mehr oder weniger - knifflige Rätsel zu lösen. Neben den offensichtlichen Rätseln gibt es auch einige Szenen, die bislang unbekannte Details aus der Vergangenheit von Nate enthüllen, aber - so viel sei verraten - längst nicht alle Geheimnisse lüften; es gibt also noch genügend offene Fragen für einen vierten Teil, der mit Sicherheit kommen wird. Ob ein Uncharted 4 aber noch für die aktuelle Konsolengeneration oder doch erst für die PlayStation 4 erscheinen wird, bleibt abzuwarten.

Wer die Story in den fünf Schwierigkeitsgraden gemeistert hat, kann sich ins Multiplayer-Vergnügen stürzen. Neben den üblichen Mehrspieler-Modi wie zum Beispiel Team Deathmatch kann man hier auch online und lokal im Koop-Modus samt Splitscreen ans Werk gehen. Die Server liefen in unserem Test sehr stabil. Verbindungsprobleme gab es nicht. Mit den vielen freischaltbaren Extras dürfte der Multiplayer Uncharted-Fans Monate, wenn nicht sogar Jahre beschäftigen. Sehr gut!

Das finden wir weniger gut

Uncharted lebt von dem Mix aus Shooter- und Nahkampf-Action, der Story und den Rätseln. Letztere sind im dritten Teil leider etwas rar gesät. Wir hätten und anstelle der einen oder anderen Schießerei (von denen es in Uncharted 3 wirklich mehr als genug gibt) lieber mehr Rätsel gewünscht. Bei den vorhandenen Rätseln handelt es sich oft um einfach Suchspiele nach dem Motto “finde Gegenstand XY in der Umgebung”. So richtig kniffelig wird es eigentlich nie und spätestens nach einigen Minuten springt die Hilfefunktion mit den ersten Hinweisen zur Lösung ein.

Die Schwierigkeit im Kampagnen-Modus scheint vergleichsweise hoch angesetzt, der “Normal”-Modus ist an einigen Stellen (insbesondere bei den Waffengefechten) relativ schwer. Bei einem zweiten Durchlauf auf “Extrem schwer” erschien uns der Unterschied gar nicht so groß zu sein. Hier ist eine gute Taktik gefragt, denn mit einfachem Drauflos-Ballern kommt man nicht weit. Allerdings gibt es einige Stellen, an denen das Spiel die Schwierigkeit adaptiv anpasst, so dass man, auch wenn man mal hängt, nicht den Spaß verliert, sondern dank Hilfe fortfahren kann.

Unser Fazit:
Uncharted: Drake’s Deception übertrifft den ohnehin schon genialen Vorgänger in Sachen temporeicher Action und detaillierter Schauplätze erneut. Von der ersten bis zur letzten Minute wird die Spannung in den 22 Kapiteln hochgehalten und sorgt so für ununterbrochenen Spielspaß voller Action. Optisch ist Uncharted 3 ein wahrer Augenschmaus und auch der Sound setzt erneut Maßstäbe. Nach der rund 8 Stunden langen Kampagne können Fans in den umfangreichen Multiplayer eintauchen, der wie auch schon beim Vorgänger mit zahlreichen Spielmodi lockt und für mehrere Monate beste Unterhaltung sorgt. Um es kurz zu machen: Uncharted 3 bietet nahezu perfekte Unterhaltung ohne Langeweile und ist ohne einen Zweifel das Spiel des Jahres und das Beste, was aktuell für die PS3 auf dem Markt ist. Unbedingt kaufen!