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Test: NBA 2K12 - Große Momente mit den NBA-Legenden

- Review:
- » Testsystem: PS3
- » Release: 07.10.2011
- » Publisher: 2K Sports
- » Spiel jetzt online bestellen
In der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA herrscht aktuell Stillstand. Noch streitet sich die Spielervereinigung mit der Liga und den Teambesitzern um die finanzielle Entlohnung der Profis. Ein Teil der aktuellen Saison wurde bereits abgesagt, eine Einigung ist momentan noch nicht in Sicht. Auch wenn die NBA- Arenen noch für einige Zeit verschlossen bleiben sollten, die NBA-Fans müssen dank Entwickler 2K Sports nicht auf NBA-Action verzichten. Der Platzhirsch in der Liga der Basketball-Sims setzt nach dem genialen NBA 2K11, das unter anderem den Jordan-Mode beinhaltete, in dem man die größten Erfolge des besten Ballkünstlers aller Zeiten nachspielen konnte, noch einen obendrauf: Im “The Greatest”-Modus darf man in die Haut von 15 der größten Spieler aller Zeiten schlüpfen, darunter so klangvolle Namen wie “Magic” Johnson, Larry Bird oder Karl “The Mailman” Malone. Ob NBA 2K12 bei eingefleischten Basketball-Fans für ähnlich intensive Glücksgefühle sorgt wie sein Vorgänger, erfahren Sie in unserem Test.
Dass sich in NBA 2K12 einiges getan hat, wird schon kurz nach dem Start der Disc klar. Das Startmenü bietet eine Übersicht über die Kernfeatures des Spiels. Von hier aus kann nun direkt in der aktuelle NBA-Match des Tages, die Mein Spieler-Karriere, den Association-Modus oder ins Online- Vergnügen eingetaucht werden. Der Weg über verschachtelte Menüs ist nicht mehr nötig, alles ist auf einen Blick sichtbar. Sehr gut!
Die meisten Neuerungen finden sich im Mein Spieler-Modus, in dem man einen eigenen Charakter erstellen und auf seinem Weg in die stärkste Basketball-Liga der Welt begleiten kann. Der Einstieg in die Karriere erfolgt über die Gestaltung des eigenen NBA-Profis, die wie gewohnt sehr umfangreich ausgefallen ist. Neu ist der Einstieg in die NBA: Statt sich erst durch das Summer Camp kämpfen zu müssen, empfiehlt man sich nun über seine Leistung in einem einmaligen Rookie-Showcase den einzelnen NBA-Teams. Kann man hier beeindrucken, folgt auch schon die nächste Neuerung: Interviews! Die Scouts der Teams laden den neuen NBA-Profi zum Plausch in der Umkleide ein um zu erfahren, wie er seine Zukunft sieht und ob er sich mit dem jeweiligen Team anfreunden könnte.
Die Leistung während des Rookie-Showcase und die Antworten in den Interviews haben einen Einfluss auf die spätere Draft-Platzierung, in der man nun von NBA-Comissioner Stern persönlich auf die Bühne gebeten wird. Um das Leben eines NBA-Profis noch detaillierter abzubilden, darf man nun auch Verträge aushandeln und kassiert sogar das Geld dafür, mit dem man neben Fähigkeitspunkten auch Partys für Mitspieler und Spenden bezahlen kann. Alle Aktionen nehmen Einfluss auf das weitere Spielerlebnis. Auch die Pressekonferenzen nach den NBA-Partien hat 2K Sports wieder eingebaut und mit abwechslungsreicheren Fragen und Antworten bestückt. So macht die NBA-Karriere Spaß!
Einer der Kaufgründe für NBA 2K12 ist ohne Zweifel der “The Greatest”- Modus, in dem man in die Rolle der größten NBA-Legenden schlüpfen darf. Insgesamt 15 Spieler, darunter Größen wie Michael Jordan, “Magic” Johnson und Larry Bird stehen zur Auswahl. Der Modus unterscheidet sich jedoch deutlich vom Jordan-Mode aus dem vergangenen Jahr. Statt mehrerer Herausforderungen zu einem Spieler gilt es im “The Greatest”- Modus nur ein Spiel pro Spieler zu gewinnen. Dafür wurden die einzelnen Spiele bis ins Detail an die jeweilige Zeit angepasst, um dem Spieler ein möglichst authentisches Erlebnis zu bieten. Bei einer Partie mit Legende Bill Russell aus dem Jahre 1965 wird der Screen schwarzweiß, es gelten die damaligen Regeln und auch die Punkteanzeige passt sich an die Zeit an. Besser kann man Basketball-Geschichte nicht darstellen!
Was die Präsentation angeht, setzt NBA 2K12 erneut Maßstäbe, auch wenn es nur kleine Anpassungen / Verbesserungen zu vermelden gibt. Neben frischen Spielergesichtern gibt es u.a. einen leicht überarbeiteten Halbzeitbericht, der nun nicht mehr nur das laufende Spiel behandelt, sondern auch einen Blick auf die parallel laufenden Partien erlaubt. Der Rest ist so gut wie im vergangenen Jahr: Das Publikum ist äußerst lebhaft und sieht wie immer gut aus, die Kommentatoren liefern sehr treffende und abwechslungsreiche Infos und die Action auf dem Platz ist bislang unübertroffen. Mehr kann sich das Basketballerherz nicht wünschen!
In Puncto Gameplay hat 2K Sports ebenfalls eher Feintuning betrieben als große Neuerungen auf den Weg zu bringen. War die KI im letzten Jahr schon bockstark, wird in NBA 2K12 noch eine Schippe obendrauf gelegt. Einfaches in die Zone rennen und per Dunk abschließen gibt es nur noch äußerst selten. Wer die Verteidigung knacken will, muss clever täuschen und die äußerst lernintensive Steuerung verinnerlichen. Weicht man vom einfachen Button-Gameplay ab und befasst sich mit den vielen Moves, wird man dafür mit einer extrem realistischen Basketballerfahrung belohnt. Wer Ballkunst auf hohem Niveau wünscht, bekommt sie auch.
Obwohl die Optik des Spiels über weite Strecken extrem gut gelungen ist, scheinen die Entwickler an einigen Stellen Ressourcen gespart zu haben. Insbesondere in den Pressekonferenzen nach den “Mein Spieler”-Spielen, aber auch während des Drafts und in Zwischenbildschirmen gibt es hin und wieder arg grobe Texturen zu sehen. Auch die Animationen der Spieler vor und nach dem Abpfiff eines Spiels wirken stellenweise abgehackt. Das Spielvergnügen beeinflusst das aber kaum.
Etwas Kritik gibt es auch für den “The Greatest”-Modus. Zwar macht es große Freude in die realistisch nachempfundenen Matches der größten Basketball-Legenden einzutauchen, der Modus bietet jedoch nicht die Tiefe des letztjährigen Jordan-Mode, in dem es so viel über die Legende Michael Jordan zu erfahren gab. Hier hätten wir uns mindestens einige Herausforderungen zu den Spielern der stärksten Basketball-Liga der Welt gewünscht. Vielleicht gibt es nächstes Jahr einen Nachschlag?
NBA 2K12 hat leider wieder ein bekanntes Problem im Gepäck: Online- Spiele werden aufgrund von Abbrüchen und Verbindungsproblemen oft zur Qual. Richtige Freude mag so nicht aufkommen. Die Problematik gibt es bereits seit mehreren Jahren und 2K Sports hat immer erst einige Zeit später mit Patches reagiert. So macht Online-Gaming keinen Spaß!


