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Test: Resistance 3 - Neuer Held im Kampf gegen die Chimera

- Review:
- » Testsystem: PS3
- » Release: 07.09.2011
- » Publisher: SCEE
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Nachdem Nathan Hale im zweiten Teil von Insomniacs PS3-exklusiver Shooter- Reihe Resistance das Zeitliche segnete, musste für Resistance 3 ein neuer Held gefunden werden. Die Wahl ist auf Joe Evan Capelli gefallen, den Mörder von Nathan Hale und die letzte Hoffnung der Menschheit im Kampf gegen die Chimera, die mittlerweile nahezu den ganzen Planeten eingenommen haben. Joe Capelli wird geächtet und lebt mit seiner Familie in einer Kolonie. Für die Menschheit sieht es nicht gut aus. Doch dann kommt Professor Malikov mit einem Plan um die Ecke, wie man die Chimera besiegen könnte. Er macht sich mit Capelli auf den Weg nach New York um den großen Turm der Chimera zu vernichten. Dabei muss er seine Familie zurücklassen. Ob auch der dritte Teil der erfolgreichen Resistance-Reihe wieder gewohnt gute Shooterkost bietet, erfahren Sie jetzt in unserem Test.
Optisch ist Resistance 3 ein echter Leckerbissen! Grafisch liefern die Entwickler von Insomniac einen Shooter-Gaumenschmaus erster Güte ab. Das Setting des dritten Teils wirkt deutlich dunkler und dreckiger und die Zerstörung, die einem an allen Ecken und Enden ins Auge springt, wirkt glaubhaft. Dazu gibt es haufenweise schöne Partikel- und Lichteffekte, die im 3D-Modus des Spiels besonders gut zur Geltung kommen. Dieser bietet über das komplette Spiel eine schöne Tiefenwirkung, allerdings wirken die Texturen hier und da ein wenig matschig. Die großen Wow- Effekte bleiben im 3D-Modus aus, Pop-outs gibt es nicht zu bestaunen.
Selbst bei hitzigen Gefechten - von denen es in Resistance 3 zum Ende hin wirklich reichlich gibt - bleibt die Framerate nahezu stabil. Es scheint der Konsole kaum etwas auszumachen, ob vier, sechs oder noch mehr Gegner über den Bildschirm schwirren. Ruckler konnten wir während der Spieldurchläufe nicht ausmachen. Ebenfalls für Freude sorgt das neue Waffensystem, das nicht nur neue, sondern auch aufrüstbare Waffen bietet, die vom einfachen Vorschlaghammer, mit dem man sich rustikal durch die Chimera-Reihen kämpfen kann, bis zum verrückten Atomisierer reichen. Je nachdem wie häufig und genau bzw. effektiv die Waffen von Capelli benutzt werden, erfolgen die Upgrades, über die der Nutzer mit einer kurzen Nachricht auf dem Bildschirm informiert wird.
Insgesamt kann Capelli zwölf Waffen mit sich tragen, die sich einfach über einen Button wechseln lassen. Das klappt selbst mitten in einem Nahkampf ohne Probleme. Zwar wird man wohl die meiste Zeit mit dem normalen Maschinengewehr verbringen, die restlichen Waffen, wie der Mutierer, Atomisierer oder Bohrer erweisen sich im Verlauf des Spiels jedoch als äußerst nützlich. Desto näher man sich dem Finale nähert, desto mehr wird man auch zu den alternativen Waffen greifen, da man besonders in den höheren Schwierigkeitsgraden auf bockstarke Gegner trifft, die einem wirklich alles abverlangen.
Die Story von Resistance 3 ist zwar sehr kurz, aber insgesamt schlüssig. Die Reise Capellis ins tief verschneite New York, wo der finale Showdown stattfindet, hat uns bei der Stange gehalten. Längen gibt es aufgrund der relativ kurzen Spielzeit von etwa sieben Stunden kaum. Von dem verletzlich wirkenden Hauptcharakter über den Trennungsschmerz und die Angst um die Familie bis hin zum blanken Hass auf die Alienseuche hat das Spiel alles an Emotionen im Gepäck, was man sich von einem unterhaltsamen Shooter wünschen kann. Dazu tragen auch die vielen verschiedenen Settings bei, die Capelli auf seiner Reise nach New York durchlaufen muss. Von dunklen Mienen bis hin zu Hochhäusern, Holzhausdörfern und futuristischen Alien-Bauten wird alles geboten.
Auf große Rätsel oder anderweitige Herausforderungen haben die Entwickler komplett verzichtet und sich stattdessen komplett auf eine möglichst actionreiche Inszenierung konzentriert. Zwar gibt es hier und da einige Schaltkreise, die zerstört werden müssen, um den Weg frei zu machen, ansonsten reicht aber die Waffe im Anschlag und eine Granate in der Hinterhand, um durch’s Spiel zu kommen. Das reicht auch völlig aus, denn mehr als ein Shooter möchte Resistance 3 gar nicht sein. Ein wenig zusätzliche Würze ergibt sich aber noch durch die Tatsache, dass man auf dem Weg durch die Gegnerreihen mit Bedacht vorgehen muss. Anders als bei vielen anderen Shootern heilen Schusswunden wie von Geisterhand automatisch nach einer kurzen Verschnaufpause. Wer hier überleben möchte, muss Healtspacks finden und die sind rar gesät.
Wer die Story hinter sich gebracht hat, kann sich dem Koop- und dem Online-Modus widmen. Der Koop ist online und offline im Splitscreen spielbar. Bei dem Multiplayer gibt es die üblichen Spielmodi. Durch das Sammeln von Erfahrungspunkten kann man den eigenen Charakter aufleveln und neue Waffen und Zubehör freischalten. Der Multiplayer sorgt für viele zusätzliche Stunden Spielspaß und rundet das Erlebnis sehr gut ab. Besondere Innovationen darf man aber nicht erwarten.
Während sich Insomniac bei der Gestaltung der Umgebungen viel Mühe gegeben hat, sind die Gesichter der Figuren offensichtlich ein wenig zu kurz gekommen. Leider wirken sie hölzern, teilweise maskenhaft und bringen selten glaubhaft Emotionen rüber. Angesichts der sonst sehr gelungenen Präsentation fällt dies jedoch nicht zu stark auf.
Leider hat auch die KI ihre Schwächen: Begibt sich Capelli unter Beschuss in Deckung, scheinen die Gegner darauf zu warten, dass er wieder zum Vorschein kommt. Eigeninitiative zeigen die Aliens - bis auf einige wenige Gegnertypen - nicht und verlässt man die Deckung um von einer anderen Seite anzugreifen, die nicht ihrer Erwartung entspricht, reagieren sie sehr langsam oder gar nicht. Das gilt auch für Capellis Begleiter, die ihm an einigen Stellen zur Seite gestellt werden. Zwar sind auch sie bewaffnet, die Arbeit muss man dann aber doch selbst erledigen, da sie offenbar nur schmückendes Beiwerk sind und kaum zählbare Ergebnisse liefern.
