Test: Gears of War 3 - Das letzte Gefecht von Marcus Fenix

Test: Gears of War 3 - Das letzte Gefecht von Marcus Fenix
Marcus Fenix und seine Mannen brechen auf, um den Kampf mit den Locust endgültig zu beenden. Lesen Sie jetzt unseren Test zu Gears of War 3.

In Epics Gears of War 3 rüsten sich die Gears um Protagonist Marcus Fenix für den finalen Kampf. Und als ob in den Reihen der USK auch einige Fans der äußerst rustikalen Lancer-Metzelei zu finden sind, erscheint ausgerechnet das große Finale diesmal auch in Deutschland - ungeschnitten! Die ersten beiden Teile fanden - wenn überhaupt - nur über den Import den Weg in die Konsolen der deutschen Gamer. Nachdem die fiesen Erzfeinde der Menschen, die Locust, sowohl die verheerenden Hammerschläge als auch die Flutung ihrer Hölen überlebt haben, soll es ihnen im dritten Teil endgültig an den Kragen gehen. Im Vorfeld hat Epic mehrfach betont, dass es definitiv kein Wiedersehen mit Marcus Fenix und seinen Freunden geben wird. Markiert Gears 3 nun wirklich das Ende für eines der einflussreichsten Spiele der aktuellen Konsolengeneration? Haben die Entwickler der Trilogie einen würdigen Abschluss beschert oder hält man sich doch noch ein kleines Hintertürchen für ein Comeback von Marcus Fenix und seinem Team offen? Ob das große Finale überzeugen kann, können Sie jetzt in unserem Test zum Xbox 360-Shooter nachlesen.

Das finden wir gut

Optisch gehörten die Gears-Spiele schon immer zum Besten, was die Xbox 360 in Puncto Grafik zu bieten hat. Die Mannen um Epic Design Director Cliff Bleszinski haben es tatsächlich geschafft, noch ein wenig mehr aus den Chips der Konsole herauszupressen. Gears of War 3 bietet über weite Strecken wirklich atemberaubende Effekte und Animationen und eine für die Gears-Spiele untypische Farbenvielfalt, was aber auch daran liegt, dass das Finale über der Erdoberfläche und nicht - wie im zweiten Teil - die längste Zeit im Untergrund spielt. Die Flora und Fauna wirken sehr realistisch, die Lichteffekte sind ein echtes Schmankerl. Wer möchte, kann Gears 3 mit entsprechendem TV-Gerät in 3D spielen. Vor der Konkurrenz wie z.B. Uncharted 2 oder Killzone 3 (beide für die PS3) muss sich Epics Shooter auf keinen Fall verstecken. Spitze!

Technisch hat Epic deutlich zugelegt und die Unreal Engine für das große Finale ein wenig aufgebohrt. Unter anderem begegnet einem das sehr nervige Nachladen von Texturen nur noch äußerst selten auf. Auch die genialen Rauch- und Partikeleffekte machen das ganze Spielerlebnis deutlich schmackhafter. Einzig an den Speicherpunkten kommt Gears of War 3 regelmäßig ins Stolpern, ansonsten spielt sich der Titel von Anfang bis Ende äußerst flüssig. Nur die nicht immer ganz so perfekt umgesetzte Kollisionsabfrage und hier und da in der Luft schwebende Gegner trüben den ansonsten sehr guten Gesamteindruck ein wenig. Insgesamt gut!

Eine Bestnote heimst sich Gears of War 3 auch für den Sound ein. Wer daheim eine Surround-Anlage mit standesgemäßem Subwoofer stehen hat, der sollte das Geschirr im Schrank besser vor dem Zocken mit ein Paar Streifen Tesa festkleben, denn die Explosionen und Boss-Fights bringen die Wände zum Wackeln. Wer die Möglichkeit hat, sollte den dritten Teil von Gears of War unbedingt in der Originalfassung (englisch) genießen! Hier ist Non-Stop-Gänsehaut absolut garantiert!

Zum Abschluss hat Epic seinem liebsten Kind einige neue Waffen beschert. Mit der Ein-Schuss, der abgesägten Schrotflinte und dem Retro- Lancer, der anstelle der Kettensäge über ein Bayonett verfügt, wird das umfangreiche Waffenarsenal des KOR-Trupps sinnvoll erweitert. Auch die bekannten Schusswaffen der Locust und die des neuen Gegnertyps, den Leuchtenden, können benutzt werden. Selbst der vernichtende Hammer der Morgenröte ist mit von der Partie und bekommt im Finale sogar eine tragende Rolle. Die Waffe der Wahl ist und bleibt aber auch im dritten Teil der Kettensägen-Lancer, mit dem sich Gegner fachgerecht in Einzelteile zerlegen lassen. So macht Gears of War noch mehr Spaß!

Das Highlight von Gears 3 ist aber ohne Zweifel die Geschichte, die zwar erzählerisch keinen neuen Maßstab setzt, dafür aber alles an Emotionen im Gepäck hat, was man sich als Gamer nur wünschen kann. Irgendwie haben es die Mannen von Epic geschafft, dass selbst die eingefleischten Shooter-Fans Gänsehaut bekommen und eine Träne verdrücken müssen. Und um die große Frage aller Fragen zu beantworten: Ja, Gears of War mit Marcus Fenix und Dom Santiago endet - für immer! Wir können hier natürlich nicht für alle Gears-Fans sprechen, aber für uns ist es ein sehr befriedigendes Ende - und das ganz ohne Cliffhanger! Endlich wissen wir, wofür wir in den drei Teilen gekämpft haben. Sehr gut!

Wer den Solo-Modus in den vier Schwierigkeitsstufen durchgespielt hat, kann sich am verbesserten Horde-Modus versuchen, sich mit bis zu vier Spielern in den Koop stürzen oder den neuen Beast-Modus ausprobieren, wo ausnahmsweise mal der Spieß umgedreht wird: Hier kann man in der Rolle der Locust die menschlichen Truppen ins Jenseits befördern. Unter dem Strich fährt Epic in Sachen Multiplayer alles auf, was das Herz der Gamer begehrt und sorgt so für monatelangen Spielspaß. Spitze!

Das finden wir weniger gut

Die deutsche Synchronisation von Gears of War 3 ist wahrlich keine Offenbarung. Zwar sind die Sprecher insgesamt gut, leider wurden die Stimmen aber nicht ganz korrekt über die Animationen gelegt, was dazu führt, dass die Münder der Protagonisten oft Sekunden hinterherhängen. Das trübt das Gesamterlebnis zwar nur wenig, ist aber angesichts der ansonsten sehr runden Präsentation doch ein wenig ärgerlich. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Kampagne besser mit englischem Originalton spielen, der dem Deutschen deutlich überlegen ist. Schade!

Einen weiteren Minuspunkt sammelt Gears of War 3 aufgrund des relativ lahmen Einstiegs in die Kampagne ein. Direkt zum Einstieg reiht sich ein Schusswechsel an den Anderen, die Geschichte erscheint noch etwas nebensächlich und unklar. Erst nach dem ersten Akt ist der rote Faden erkennbar und das Spiel nimmt deutlich an Fahrt auf. Hier heißt es also durchhalten um danach Action pur genießen zu können, die sich bis zum großen Finale konstant weiter steigern kann.

Unser Fazit:
Es ist das würdige Ende einer Ära. Über viele Jahre gehörte Gears of War zu den besten Shootern der aktuellen Konsolengeneration und das ändert sich auch mit dem letzten Teil nicht. Zwar hat Epic mit Gears 3 das Rad nicht neu erfunden und viel auf bewährte Elemente gesetzt, die kleinen aber feinen Verbesserungen der Unreal Engine, das grandiose Finale und die darauffolgende volle Multiplayer-Dröhnung beschert den Fans von Marcus Fenix und Dominic Santiago aber mindestens für einige Monate Spielspaß auf höchstem Niveau. Wir sind sehr gespannt, wo die Reise von Gears of War künftig hinführen wird. Die Mannen um Marcus Fenix haben aber auf jeden Fall ihren Platz in den Spiele-Geschichtsbüchern sicher.