- Getestetes Spiel: NBA 2K11
- Getestete Plattform: PlayStation 3
- Veröffentlichung: 08.10.2010
- Publisher: 2K Sports
- NBA 2K11: Jordan & Co. dank Patch bald auch in 3D
- NBA 2K11: Spieler können Highlights von Michael Jordan nachspielen
- NBA 2K11: Der Trailer zum kommenden 3D-Patch
- NBA 2K11: 3D-Patch ab 16. Januar für alle PS3-Besitzer verfügbar
- NBA 2K11: Demo kommt nächste Woche und neue Infos
- NBA Elite 11: EA bringt neue Basketball-Simulation
Im Test: NBA 2K11 (PS3)

“His Airness” ist zurück! Besser hätte es für 2K Sports nicht laufen können. Electronic Arts hat den heiß erwarteten Reboot seiner NBA-Reihe NBA Live, die kurzerhand in NBA Elite umbenannt wurde, eingestampft und NBA 2K11 kann in diesem Jahr mit dem größten Basketballer aller Zeiten, nämlich Michael Jordan höchstpersönlich, aufwarten, dem man gleich einen Großteil des diesjährigen Spiels gewidmet hat. Eingefleischten NBA-Fans dürfte es nur bei dem Gedanken an die Möglichkeit, in den Jordan Herausforderungen die größten Erfolge ihres 90er-Jahre-Idols nachspielen zu können, in den Fingern jucken. Ob NBA 2K11 halten kann, was der Mann mit der Trikotnummer 23 auf dem Cover verspricht, oder ob 2K Sports einen Airball gelandet hat, erfahren Sie in unserem Test.
Während so mancher Entwickler, der auf Drängen des Publishers jährliche Ableger einer Franchise abliefern muss, größtenteils auf der Stelle tritt, hat 2K Sports bei NBA 2K11 richtig zugelangt und eine der größten Verbesserungen hingelegt, die man seit langem gesehen hat. Gleich zum Start von NBA 2K11 wird man in die Vergangenheit katapultiert. Wir schreiben das Jahr 1991: Spiel 1 im Finale gegen die Los Angeles Lakers. Wir befinden uns im Gang zum Stadion der Chicago Bulls. Vor uns steht “His Airness” Michael Jordan. Der charismatische Basketballprofi dreht sich um und brüllt uns ins Gesicht: “Are you ready?” “Na klar!”, rufen wir und rennen mit dem damaligen Team der Bulls aufs Spielfeld um Basketball- Legende Magic Johnson von den Lakers schwindelig zu spielen.

Die sogenannten Jordan Challenges (Herausforderungen) sind das eigentliche Highlight des diesjährigen Ablegers. 2K Sports hat sich 10 Schlüsselmomente aus Jordans Karriere herausgefischt und sehr ansehnlich in NBA 2K11 verpackt. So dürfen wir beispielsweise in Jordans Haut am 1986er Playoff-Spiel gegen die Boston Celtics teilnehmen. In dem Spiel glänzte Jordan mit einer überirdischen Leistung und erzielte 63 Punkte. Die Herausforderungen enden mit dem grandiosen 1998er Finale der Bulls gegen die Utah Jazz, in dem der Großmeister 45 Punkte und vier Steals erzielte. Unsere Aufgabe ist es, mindestens genauso gut zu sein wie Jordan damals war - keine leichte Aufgabe. In den ersten Versuchen wird man am eigenen Leib spüren, wie übermenschlich die Leistungen Jordans waren. Für die Anstrengung auf dem Court wird man allerdings mit einer großartigen Atmosphäre und den Originalkadern der Jordan- Ära belohnt. Schließt man die Herausforderungen ab, darf man außerdem im My Player-Modus mit einem Rookie-Jordan starten und ihn in die heutige Liga bringen. Wer möchte, kann Jordan so als Sidekick von Dirk Nowitzki etablieren oder aber ins Team der Miami Heat stecken und ihn mit LeBron James und Dwayne Wade auf Korbjagd gehen lassen.
Aber nicht nur die spektakulären Herausforderungen machen aus NBA 2K11 ein wahres Basketball-Fest, auch die hochgeschraubte Präsentation bringt echtes NBA-Flair ins heimische Wohnzimmer. So sind die original Spielarenen in diesem Jahr noch belebter und werden nicht mehr von den sonst üblichen, immer nach demselben Muster jubelnden Roboterzuschauern bevölkert. Hier hat 2K Sports einen meilenweiten Sprung nach vorn gemacht. Die NBA-Arenen leben, hier wird Basketball zelebriert. Dazu tragen aber nicht nur die butterweichen und vielfältigen Animationen sowie die realitäts- nahen Modelle der einzelnen Spieler und Trainer bei, sondern auch das ganze Drumherum wie die neue Halbzeit-Show, die in NBA 2K11 eine hervorragende Zusammenfassung des Spielgeschehens liefert und Highlights präsentiert. Die Kommentatoren, die das Spielgeschehen im Gegensatz zu den Phrasendreschern aus so manch anderem Sportspiel äußerst präzise wiedergeben, sprechen zwar wieder ausschließlich englisch, aber dafür ist es auch die NBA und nicht die BBL. Damit lässt sich also sehr gut leben.
Wer die NBA regelmäßig verfolgt, wird über weite Strecken kaum einen Unterschied zum realen Spiel feststellen. Natürlich gibt es auch bei 2K Sports hier und da Aussetzer: So scheinen manche Spieler- und Trainermodelle, wie zum Beispiel das vom Würzburger Mavericks-Star Dirk Nowitzki seit Jahren nicht angetastet worden zu sein, aber das lässt sich gut verschmerzen. Die individuellen Bewegungen und Eigenheiten der Spieler wurden nämlich so weit verfeinert, dass man als aufmerksamer NBA-Fan auch ohne Name und Trikotnummer schon aus der Ferne erkennen kann, welche Spieler da über den Platz laufen. Ein Hochgenuss! Die Entwickler haben sich aber nicht nur auf die Jordan Herausforderungen und die optischen und animationstechnischen Verbesserungen konzen- triert, sondern auch dem Gameplay einiges an Aufmerksamkeit geschenkt und mit Erfolg an den richtigen Schräubchen gedreht.



