- Getestetes Spiel: NHL 11
- Getestete Plattform: PlayStation 3
- Veröffentlichung: 16.09.2010
- Publisher: EA Sports
Im Test: NHL 11 (PS3)

Electronic Arts lädt gekonnte Stockschwinger auch in diesem Jahr wieder zum gepflegten Eistanz. EAs NHL 11 ist da und soll dank zahlreicher mehr oder weniger auffälliger Änderungen das bislang beste virtuelle Eishockey-Erlebnis bieten, das es jemals gegeben hat. Schon auf der Verpackung versprechen die Entwickler “WOW- Effekte” am laufenden Band. Wir haben uns die Schlittschuhe angezogen, den Stock in die Hand genommen und den Puck übers Eis geprügelt. Ob uns EA mit NHL 11 zum Dauergast auf dem Eis machen konnte oder ob wir stattdessen lieber wieder Air-Hockey in der angenehm temperierten Bar spielen, erfahren Sie im Test.
Neues Jahr, neues NHL, alte Grafik. Schon beim Start der ersten schnellen Partie wird deutlich, dass EA die Grafik der erfolgreichen Reihe nur äußerst zaghaft angetastet hat. Die Präsentation der Pregame-Show, die Animationen der Spieler, die Spiegelungen auf dem Eis und die Hallen machen - bis auf die weiterhin kantig und monoton wirkenden Zuschauer, die ständig mit denselben Gesten in Freudenstürme ausbrechen - zwar einen sehr guten Eindruck, allerdings gibt es optisch kaum eine spürbare Weiterentwicklung zum Vorgänger. Auch die bekannten Kommentatoren berichten zwar wieder treffend vom Spielgeschehen auf dem Eis, tun dies allerdings immer noch ausschließlich in englischer Sprache.
Trotzdem bewegt sich NHL 11 für Sportsimulationen noch immer auf höchstem Niveau. Was die Physik angeht, hat sich NHL 11 hingegen deutlich weiterentwickelt. Die Spieler vollführen auf dem Eis Bewegungen, die sich nur noch schwer von denen eines realen Spielers unterscheiden lassen. An den Banden donnert es beim Check, der jetzt auch aus der Hüfte möglich ist, kräftig. Spieler fallen auch immer auf andere Art und Weise zu Boden, Stöcke fliegen oder rutschen umher. Hinzu kommt, dass EA das Spiel um weitere Elemente bereichert hat, die das Spielgeschehen noch realistischer machen. So kann es im Eifer des Gefechts schon mal vorkommen, dass der Stock bricht, was zur Folge hat, dass man schleunigst zur Bande schlittern muss um sich mit frischem Spielmaterial auszustatten. Noch mehr Realismus gibt es nun auch beim Bully. Kurz bevor der Schiedsrichter den Puck aufs Eis knallen lässt, hat man ab sofort die Wahl, die Scheibe entweder durch Nach- Hinten-Ziehen des Sticks für sich zu gewinnen, abzuspielen und vielleicht zum Abschluss zu kommen, oder aber zu versuchen, das Gegenüber mit einem gekonnten Deke auszuspielen und den Tormann zu überraschen. Zusätzlich darf man sich den Puck aber auch auf Vorder- oder Rückhand auflegen oder gezielt vom Bully an einen Mitspieler abspielen.

Für eilige Zeitgenossen gibt es ab sofort auch die Möglichkeit, durch Drücken von L3 kurzzeitig auf die Tube zu drücken, was in einigen Situationen äußerst hilfreich und ein weiterer Schritt in Richtung Realismus ist. Wer meint, dauerhaft mit aktiviertem Turbo über’s Eis preschen zu können, irrt jedoch: Die zusätzliche Leistung geht natürlich auf Kosten der Ausdauer des Spielers. Die Option wirkt sich optisch kaum spürbar aus. Durch Drücken von L3 wird man seinem Gegenspieler also nicht gleich um zwei oder drei Stocklängen entkommen können, aber es könnte in einigen Situationen ausreichen, um den entscheidenden Pass zu spielen oder einen gezielten Deke zu spielen, ohne gleich einen Stock zwischen den Beinen zu haben. Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, über am Boden liegende Spieler hinwegspringen zu können. Damit hat man einem der größten Frustmomente ein entsprechendes Gegenmittel spendiert. Wirft sich ein Gegner ständig vor Schüsse und Pässe, reicht es ab sofort aus, kurz den Stick nach oben zu bewegen und einfach über das Fallobst hinweg zu springen - inklusive dem Puck. Aus der FIFA-Serie übernommen wurde der individuelle Torjubel. Mit den Schulter- und Frontbuttons sowie dem rechten Stick lassen sich nach einem erfolgreichen Abschluss viele verschiedene Posen einnehmen.



