Brillenlose 3D-TVs: Noch zu teuer und mit Schwächen

Zwar kommen bald die ersten brillenlosen 3D-TVs auf den Markt, diese haben jedoch noch Schwachpunkte und sind teuer. (Foto: © Samsung)
Zwar kommen bald die ersten brillenlosen 3D-TVs auf den Markt, diese haben jedoch noch Schwachpunkte und sind teuer. (Foto: © Samsung)

Nahezu alle Elektronikhersteller sind mittlerweile auf den lukrativen 3D-Zug aufgesprungen und versorgen den Handel mit 3D-fähigen TV-Geräte, Blu-ray-Playern und Spielkonsolen. Während 3D für einige Experten lediglich eine Modeerscheinung zu sein scheint, feiern es die anderen als den nächsten logischen Schritt nach HD. Die 3D-Technologie steht jedoch vor großen Herausforderungen: HDTVs sind erst seit wenigen Jahren auf dem Markt verfügbar, erreichen gerade erst ein Preisniveau, bei dem Konsumenten ohne Bedenken ihren alten Röhrenfernseher auf den Elektroschrott geben und man ist noch weit davon entfernt, von einer flächen- deckenden Versorgung mit HD-fähigen TV-Geräten sprechen zu können, von HD-fähigen Receivern mal ganz zu schweigen. Und jetzt kommt schon 3D. Den gerade erst gekauften HD-Fernseher wieder verschrotten und stattdessen zum wesentlich teureren 3D- TV greifen, wo es doch bislang kaum 3D-Inhalte gibt? Das kommt wohl nur für die wenigsten Konsumenten in Frage.

Während man die Kunden über kurz oder lang wohl mit sinkenden Preisen von 3D-TVs überzeugen können wird, stellt die für den 3D- Genuss erforderliche Brille ein viel größeres Problem dar: Diverse Studien haben gezeigt, dass die meisten Interessenten davor zurückschrecken, mit einer 3D-Brille vor dem TV zu sitzen. Zudem sind die oft als unbequem und hässlich bezeichneten Brillen, die das 3D-Bild für die Augen in dreidimensionale Welten umwandeln, recht kostspielig: Die Ausstattung für eine vierköpfige Familie kann schnell 500 Euro - natürlich zusätzlich zum ohnehin schon teuren 3D-Fernseher. Das ist für viele Konsumenten einfach nicht drin.

Um die störenden 3D-Brillen endlich loszuwerden, werkeln die TV- Hersteller schon seit einer ganzen Zeit an brillenlosen Alternativen, die das Bild auch ganz ohne die Gläser dreidimensional darstellen können. Mit Toshiba hat nun der erste TV-Hersteller marktfähige Geräte vorgestellt, die jedoch momentan nur in Größen von 12 und 20 Zoll verfügbar sein werden und mit knapp 3000 Dollar für die 20 Zoll-Variante ein gigantisches Loch in die Geldbörse reißen. Große, brillenlose 3D-Displays jenseits der 40 Zoll lassen im Augenblick noch nicht unter 5.000 bis 10.000 Dollar realisieren. Brillenloses 3D-TV ist also noch ein äußerst kostspieliger Luxus. Das wird sich auch so schnell nicht ändern: Das Taiwan Industrial Technology Research Institute geht davon aus, dass brillenlose LCD-3D-TVs nicht vor 2015 weltweit zu einigermaßen akzeptablen Preisen verfügbar sein werden. Doch es gibt auch noch andere Probleme, die brillenloses 3D-TV im Augenblick noch mit sich bringt: Toshibas TVs basieren auf einem Filter, der für beide Augen ein anderes Bild sendet. Dies setzt jedoch voraus, dass man in einer optimalen Position vor dem Gerät sitzt und einen bestimmten Abstand nicht unter- oder überschreitet. Desto mehr Linsen auf dem Spezialfilter angebracht sind, desto mehr Personen können an unterschied- lichen Positionen ein dreidimensionales Bild wahrnehmen. Toshiba hat in seinen Geräten neun Linsen verbaut. Bei dem 20 Zoll-Modell empfiehlt der Hersteller einen Blickwinkel von 40 Grad und eine Entfernung von etwa 90 cm zum Bildschirm. Das ist sicher nicht die angenehmste Sitzposition für den gemütlichen TV-Abend.

Bis zur perfekten brillenlosen 3D-Lösung wird es also noch einige Jahre dauern. In dieser Zeit gilt es viele Problemherde wie die begrenzten Blickwinkel und die viel zu hohen Preise in den Griff zu bekommen. Was denken Sie? Werden Sie lieber auf eine brillenlose 3D-Lösung für Ihr Heimkino warten oder greifen Sie schon jetzt zum 3D-TV und nehmen die Brille in Kauf? (ok)

3D mit oder ohne Brille?

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