Publisher Electronic Arts hat nach Protesten die Taliban aus dem Shooter Medal of Honor entfernt. Dies allerdings nur namentlich.
Electronic Arts’ Shooter Medal of Honor hat bereits für zahlreiche Diskussionen auf höchster Ebene gesorgt. Grund: Der Titel spielt im Krisengebiet Afghanistan. Als Spieler muss man im Solo-Modus mit Spezialeinheiten der USA gegen die Taliban-Kämpfer antreten. Im Online-Modus wird man außerdem in die Rolle der Taliban schlüpfen und amerikanische Soldaten erschießen können. Dieser Umstand sorgte besonders bei Hinterbliebenen von gefallenen Soldaten für Empörung. Zahlreiche Militärvertreter bezeichneten Medal of Honor als geschmacklos. Offenbar hat Electronic Arts die Kritik ernst genommen und die Taliban kurzerhand aus dem Spiel gestrichen. Executive Producer Sven Goodrich schreibt auf der offiziellen Medal of Honor-Website: “Wie haben negatives Feedback von Familien gefallener Soldaten erhalten, die sich gegen eine Integration spielbarer Taliban in Medal of Honor äußerten. Wir nehmen solche Äußerungen sehr ernst. Es ist eine Gruppe, um die wir uns zutiefst kümmern. Deswegen haben wir uns entschieden, das Team (Taliban) in Opposing Force umzubennen.”
Die Taliban-Kämpfer werden also auch weiterhin spielbar sein, nur eben nicht mehr so heißen. Weitere Änderungen soll es aber nicht geben. Ob dies für die Betroffenen einen Unterschied macht, ist fraglich. Den Spielern dürfte der Wechsel der Bezeichnung wohl egal sein. Im vergangenen Jahr sorgte der Titel Six Days in Fallujah von Entwickler Atomic Games für einen ähnlichen Medienrummel. Das Spiel zeigte den Kampf von US-Soldaten im Irak und wurde schließlich nach heftigen Protesten Angehöriger von Publisher Konami fallen gelassen. Medal of Honor wird am 14. Oktober 2010 für PlayStation 3, Xbox 360 und PC in den Handel kommen.