PS-Jailbreak, PSGroove & Co.: Mit der Firmware-Version 3.42 konnte Sony die Raubkopierer vorerst stoppen. Aber wie wird es weitergehen?
Gestern hat Sony die Sicherheit der PS3 per Firmware-Update auf die Version 3.42 (vorerst) wiederhergestellt. Das Update wurde nötig, weil es Hackern vor einigen Wochen gelungen war, über einen USB-Stick (PS-Jailbreak) Code in das System einzuschleusen. Dies führte dazu, dass sich der Backup Manager auf der Konsole aktivieren ließ. So konnten Original-Spiele von der Blu-ray Disc auf die interne Festplatte der PS3 und sogar auf externe Festplatten kopiert und zum Teil auch von dort aus gestartet werden. Kurz vor dem weltweiten Verkaufsstart des USB-Sticks, der für Ende August geplant war, konnte Sony jedoch den Vetrieb des “PS-Jailbreak” per einstweiliger Verfügung stoppen. Schon wenige Tage später tauchten die Open-Source-Lösungen “PSGroove” und “PSFreedom” im Netz auf und stellten die Japaner vor neue Probleme. Wie man der Website “Google Trends” entnehmen kann, explodierten im September die Suchanfragen nach dem “PSGroove”-Jailbreak. Das offizielle Firmware-Update ließ nicht lange auf sich warten.
Wie wir gestern berichtet haben, ist es Sony mit dem Firmware-Update gelungen, sowohl “PS-Jailbreak” als auch die Open-Source- Programme “PSGroove” und “PSFreedom” aus dem PS3-System auszusperren. Zwar handelt es sich bei der Firmware 3.42 um ein Pflichtupdate, dieses wird jedoch nur dann installiert, wenn Nutzer mit ihrer Konsole online gehen. Was bedeutet das für Nutzer des Jailbreaks, die das Update nicht installieren wollen? Ganz einfach: Ein Zugriff auf den PlayStation Store, sämtliche Online-Services wie VidZone und den Movie-Store, die Freundesliste, den Messenger und Online-Gaming ist ohne Update nicht mehr möglich. Zwar haben einige Hacker mittlerweile einen Weg gefunden, wie sie trotz alter Firmware (3.41) Zugriff auf das PSN erhalten, es dürfte jedoch nur eine Frage der Zeit sein, bis Sony auch hier einen Riegel vorschiebt. Zudem muss damit gerechnet werden, dass Sony die entsprechenden PSN-Accounts und eventuell sogar die Konsolen dauerhaft aus dem PlayStation Network ausschließen wird.
Ähnlich ist auch Microsoft mit modifizierten Xbox 360-Konsolen verfahren. Es ist zwar noch unklar, ob Sony in der Lage ist, die Jailbreak-Konsolen zu erkennen, jedoch gibt es bereits erste Berichte von dauerhaften PSN-Account-Sperrungen, die sich auf die Verwendung von “PS-Jailbreak” zurückführen lassen.
Für Sony könnte der Schaden immens sein: Im Netz ist eine Liste mit Jailbreak-kompatiblen PS3-Spielen aufgetaucht, die von 3D Dot Game Heroes über Gran Turismo Prologue bis hin Yakuza 3 reicht. Aktuell befinden sich 250 Spiele in der Liste. Die Liste verrät allerhand Informationen zu den Spielen wie beispielsweise deren Speicherplatzbedarf, etc. Offenbar machen die Spielekopien aber auch reichlich Probleme: So kommt es bei zahlreichen Titeln zu schwarzen Bildschirmen, viele lassen sich nur von der internen und nicht von einer externen Festplatte abspielen und wieder andere funktionieren nur ohne installierte Download-Inhalte und Updates. In den einschlägig bekannten Tauschbörsen sind bereits die ersten PS3-Spiele aufgetaucht. Die Hacker haben außerdem bereits verlauten lassen, die Sicherheitsmechanismen der Firmware 3.42 schon in Kürze umgehen zu können. Es scheint so, als würde sich ein echtes Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Raubkopierern und Sony entwickeln. (ok)

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