Die Eckdaten zu unserem Test:
  • Getestetes Spiel: Mafia II
  • Getestete Plattform: PlayStation 3
  • Veröffentlichung: 27.08.2010
  • Publisher: 2K Games
"Hat man sich einmal von dem Thema Totale-Sandbox-Freiheit verabschiedet, kann man eine richtig solide inszenierte Mafia-Story mit tollen Cutscenes genießen."

Im Test: Mafia II (PS3)

Im Test: Mafia II (PS3)

Vito Scaletta will Karriere in der Mafia machen. Wir haben uns 2K Czechs Gangster-Epos Mafia II in unserem Test genauer angeschaut.
Vito Scaletta will Karriere in der Mafia machen. Wir haben uns 2K Czechs Gangster-Epos Mafia II in unserem Test genauer angeschaut.

Mit dem Gangster-Epos Mafia II will Entwickler 2K Czech echtes Cosa Nostra-Feeling mit Auftragsmorden, Rachefeldzügen, schönen (leichten) Frauen, schmutzigem Geld und allem, was sonst noch zum gehobenen Mobster-Lifestyle gehört, in unsere Wohnzimmer bringen. Fast auf den Tag genau drei Jahre nach der Ankündigung auf der Leipzig Games Convention 2007 hat der ehemals unter dem Namen Illusion Softworks bekannte Entwickler nun endlich Mafia II für Konsolen und PC auf den Markt gebracht. Ob uns Mafia II für den in der Regel kurzlebigen Mobster-Lifestyle begeistern konnte oder ob wir das Spiel im Betonmantel eingebettet zu den Fischen schicken, erfahren Sie in unserem Test.

Auftakt zum Mobster-Abenteuer

Protagonist Vito Scaletta schlägt sich mit seinem behäbigen Freund Joe als Kleinkrimineller durch. Hier ein Einbruch, da ein Raub - nichts Großes. Eines Tages geht dann aber doch eine Aktion schief und die Polizei schnappt Vito, bevor er mit Freund Joe in der Dunkelheit der Nacht verschwinden kann. Wir sind in den 40er- Jahren und in Europa tobt gerade der Zweite Weltkrieg - auch in Sizilien. Rein zufällig benötigt die U.S. Army fähige Übersetzer, welche die Streitkräfte nicht nur sprachlich, sondern auch mit der Waffe unterstützen können. Der pefekte Job für Vito. Auch wir dürfen an der kurzen WWII-Erfahrung teilhaben und mit Vito die ersten Waffenerfahrungen sammeln. Auf einem Marktplatz laufen wir zu einem Gebäude. Schüsse! Wir steigen durch das Fenster ein, arbeiten uns von einem Raum in den anderen vor. Heftige Schusswechsel auf der Ballustrade. Dann müssen wir vom Balkon aus mithilfe eines stationären MGs den Marktplatz “säubern”.

Panzer! Schüsse, ducken, ballern, ducken, noch mehr Gegner, BANG! Wir liegen bewegungslos am Boden. Italienische Truppen rücken ein, erschießen einen Kollegen nach dem anderen. Dann kommt ein einflussreicher Mafiosi im Panzer auf den Marktplatz gefahren. Wir schauen bewegungsunfähig in den Lauf eines Gewehrs. “Der Krieg ist vorbei!”, heißt es. Wir werden in letzter Sekunde vor dem sicheren Tod gerettet. Als Verwundeter kommt Vito auf Fronturlaub zurück ins fiktive Empire Bay. Am Bahnhof wartet Kumpel Joe, der Vito über dunkle Kanäle Papiere besorgt, die ihn von seinen Pflichten als US-Soldat entbinden. Einem ehrlichen Leben steht nichts mehr im Wege, wenn da nicht die Schulden des Vaters wären, die er bei einem dubiosen Kredithai gemacht hat, um sich genügend Alkohol kaufen zu können, der ihn vom harten Job als Hafenarbeiter ablenken soll. Vito hat keine Lust, in die Fußstapfen des Vaters zu treten und an den Docks zu enden und entscheidet sich für eine Laufbahn als Gangster. Um die Schulden seines Vater zu begleichen und ein Leben in Reichtum führen zu können, fällt seine Wahl auf die Mafia.

Mafia II im Test

Der zwangsläufige Vergleich mit GTA

Nach dieser spannenden Einführung spielt die Story von Mafia II ausschließlich in dem New York nachempfundenen Empire Bay. Nach unserem ersten “krummen Ding” mit Joe, bei dem wir einem kriminellen Autohändler eine geklaute Karre verticken, und einer Rundfahrt im dicken (und natürlich geklauten) 40er-Jahre US- Straßenkreuzer, wirkt die Empire Bay durchaus belebt. Es gibt Bekleidungs- und Waffengeschäfte, Bars, Werkstätten, überall laufen Menschen herum, geparkte Autos stehen am Straßenrand und es gibt verschiedene Radiosender, die wir im Auto mittels D- Pad ändern können. Wir stellen Parallelen zu GTA fest. “Wow, das ist mal eine andere Open-World-Szenerie!”, könnte man meinen, doch leider hat Mafia II bis auf das Grundgerüst rein gar nichts mit GTA gemein. Empire Bay ist vielmehr eine riesige Kulisse, die wir zwar frei befahren können (sofern uns vom Spiel kein Zeitlimit gesetzt wird), die ansonsten aber nur dazu dient, uns von einem Handlungsort zum anderen zu führen. Im Grunde fahren wir durch die riesige Stadt, bekommen die nächste die Story vorantreibende Cutscene angezeigt, erledigen den geforderten Job und kehren danach zurück in unsere Wohnung, um den Tag (oder das Kapitel) abzuschließen. Die unterschiedlichen Geschäfte in Empire Bay sind dabei nur Mittel zum Zweck.

So können wir uns während der Fahrt zum nächsten Spielort der Geschichte mit Waffen oder neuen Klamotten versorgen, falls wir der Empire City-Polizei negativ aufgefallen sind und uns diese zur Fahndung ausgeschrieben hat. In den Restaurants können wir essen und trinken, um unsere Gesundheit wieder auf die maximale Stufe zu bringen. Gleiches gilt für die Werkstätten und die Tankstellen. Hier können wir unseren fahrbaren Untersatz neu lackieren, reparieren und tunen lassen oder die Nummernschilder wechseln, falls uns die Gesetzeshüter auf den Fersen sind. Die Autos müssen wir sogar betanken lassen, was ein nettes Detail ist. Mafia II ist kein GTA. Es gibt keine Nebenmissionen und wir können auch nicht tun und lassen, was wir wollen. Uns steht zwar die Möglichkeit offen, Autos an den Schrotthändler zu verkaufen oder Geschäfte auszurauben, mit dem Geld können wir jedoch nicht viel anfangen außer unsere Autos aufzumotzen (was schnell erledigt ist) oder Waffen einzukaufen. Das ist dank der gut erzählten Story auch kein Problem und wurde auch so von den Entwicklern kommuniziert, nur sollte man sich darüber im Klaren sein. Angesichts der schönen Welt von Empire Bay und der trüge- rischen Freiheit könnten einige Erwartungen enttäuscht werden.