Kaz Hirai: Die Rückkehr zum physischen Datenträger

Sony Computer Entertainment-CEO Kaz Hirai hat im Interview mit MCV verlauten lassen, dass die PSP2 kein Download-only-Handheld wird.
Sony Computer Entertainment-CEO Kaz Hirai hat im Interview mit MCV verlauten lassen, dass die PSP2 kein Download-only-Handheld wird.

Im vergangenen Jahr brachte Sony mit der PSPgo seinen ersten Download-only-Handheld auf den Markt - mit mäßigem Erfolg, wie sich mittlerweile herausgestellt hat. Die PSPgo, die im Grunde über die identischen Features wie die PSP-3000 verfügt, verzichtete erstmals auf das von der mobilen Konsole bekannte UMD-Laufwerk und setzte stattdessen auf Downloads aus dem PlayStation Store der Japaner. Von den Usern wurde das Gerät jedoch nicht so gut wie erhofft angenommen, was diverse Gründe hat.

Zum einen lag der Preis des Handhelds zum Verkaufsstart mit 249 US-Dollar (hierzulande 249 Euro) deutlich über dem der PSP- 3000, die für rund 160 Euro über die Ladentheke geht, zum anderen war das Angebot an Download-Spielen von Beginn an kleiner als die verfügbaren UMD-Discs. Umsteiger, die von der PSP- 3000 auf die PSPgo wechseln wollten, hatten zudem keine Möglichkeit, ihre bereits gekauften UMD-Discs auf den Download- only-Handheld zu übertragen. Ein entsprechende Option zum Transfer der Spiele wurde zwar von Sony in Erwägung gezogen, jedoch einige Zeit später wegen Undurchführbarkeit gecancelt. Ein weiterer Faktor, an den Sony wohl nicht gedacht hat, ist die Sammelwut der Gamer, die ihre Spiele lieber schön aufgereiht im Regal stehen haben, als sich digital durch Listen klicken zu müssen und bei einem Defekt des Speichers eventuell ihre Sammlung zu verlieren.

Der genaue Erfolg oder Misserfolg der PSPgo lässt sich kaum messen, da Sony keine Verkaufszahlen veröffentlicht. Lediglich die wöchentlichen Verkaufszahlen aus Japan, die von “Media Create” erfasst werden, lassen erahnen, wie wenig Käufer zur PSPgo greifen. So liegt die PSP-3000 in einer durchschnittlichen Woche bei knapp über 20.000 Verkäufen im Land der aufgehenden Sonne. Die PSPgo schafft es - wenn es eine wirklich gute Woche für den Download-only-Handheld ist - nur gerade eben die Grenze von 1.000 verkauften Einheiten zu knacken. Meistens landet die PSPgo in den Hardware-Charts auf dem letzten Platz hinter der betagten PlayStation 2. Diese Erkenntnis hat Sony wohl zu der Entscheidung bewegt, das Download-only-Konzept einzustampfen und zum physischen Datenträger zurückzukehren.

Im Gespräch mit “MCV” erklärte SCE-CEO Kaz Hirai: “Wir machen unsere Geschäfte nicht nur in entwickelten Staaten, sondern auch dort, wo die Internet-Infrastruktur nicht so robust ist wie man sich das wünschen würde.” Künftige PlayStation-Produkte werden daher auch weiterhin nicht auf physische Datenträger verzichten. Laut Hirai habe die PSPgo bei der Entscheidung keine Rolle gespielt. Er wertet das “Experiment” sogar als Erfolg.

Gerüchten zufolge soll sich bereits eine PSP2 in der Entwicklung befinden. Auf der gamescom kursierte das Gerücht, dass Sony den Handheld hinter verschlossenen Türen einigen Entwicklern präsentiert. Angeblich verfügt der PSP-Nachfolger wieder über ein UMD-Laufwerk und einen Flash-Speicher. Mit der neuen PSP sei aber nicht vor Ende 2011 zu rechnen. Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden, sollte es neue Informationen zur PSP2 geben. (ok)