Sonys David Wilson hat sich zum Wegfall des "Other OS"-Features und den durch Amazon gezahlten Entschädigungen geäußert.
Am 1. April entfernte Sony nach einem Hack der PlayStation 3 das “Other OS”-Feature von der Konsole. Durch “Other OS” konnten Besitzer einer älteren (dicken) PS3-Konsole bislang ein zweites Betriebssystem wie zum Beispiel Linux auf dem Gerät installieren. Nach dem Wegfall der Funktion beschwerten sich zahlreiche PS3-Besitzer über Sonys Entscheidung, die Sicherheit der Konsole in den Vordergrund zu stellen und ein beliebtes Feature ersatzlos zu entfernen. Einige Kunden verlangten von den Händlern, bei denen sie die Konsole gekauft hatten, eine Entschädigung für den nun verminderten Funktionsumfang des Geräts. In einem Fall soll dies sogar geklappt haben. Der Online-Händler Amazon soll einem Nutzer, der sich bei seiner Beschwerde auf geltendes EU-Recht berufen hat, rund 80 Euro erstattet haben. Sony sieht jedoch keinen Anlass dazu, Kunden, die das “Other OS”-Feature genutzt haben, für den Wegfall zu entschäden. In einem Interview sagte Sonys David Wilson: “Wir verstehen die Frustration, die einige Konsumenten spürten, nachdem bei SCE die Entscheidung zur Veröffentlichung eines Upgrades fiel, das die Entfernung des Linux-OS beinhaltet. Aber wir widerlegen gleichzeitig alle Andeutungen, dass diese Aktion in irgendeiner Weise einen Bruch der Verkaufsbedingungen darstellt.”
“Die PlayStation 3 ist in erster Linie eine Spielekonsole und unsere Werbematerialien spiegeln dies wieder. Die Verpackung der Konsole und das beiliegende Handbuch verweisen nicht auf den Gebrauch von Linux. Vielmehr wird auf der Verpackung darauf hingewiesen, dass sich das Design und die Spezifikationen des Produkts ohne Ankündigung ändern können und, dass die enthaltene System-Software einer limitierten Lizenz zwischen SCE und dem Käufer unterliegt. Und diese Lizenz erlaubt es SCE, die System-Software und die angebotenen Dienstleistungen von Zeit zu Zeit zu ändern.” Wilson äußerte sich auch zur angeblich gazahlten Entschädigung von Amazon. Er denkt, dass es keine rechtliche Grundlage für eine Entschädigungszahlung gibt und Sony auch nicht plane, die Einzelhändler zu entschädigen. (ok)