Die Eckdaten zu unserem Test:
  • Getestetes Spiel: Heavy Rain
  • Getestete Plattform: PlayStation 3
  • Veröffentlichung: 26.02.2010
  • Publisher: Sony Computer Entertainment
"Quantic Dream hat ein einzigartiges Werk geschaffen, das seinesgleichen sucht. Die Entwickler beschreiten ein neues Genre, das uns Spaß macht."
Fakten, Fakten, Fakten...Quantic Dream entwickelte vor dem Thriller Heavy Rain die beiden Spiele The Nomad Soul und Fahrenheit. Das französische Unternehmen bietet seine Motion Capturing-Dienstleistungen auch für die Filmindustrie an. Die Entwickler casteten rund 300 Schauspieler für die vielen Rollen in Heavy Rain. Etwa 70 Schauspieler wurden ausgewählt. Die Entwicklungszeit von Heavy Rain betrug fast genau 4 Jahre.

Im Test: Heavy Rain (PS3)

Im Test: Heavy Rain (PS3)

Wir haben Quantic Dreams PS3-exklusiven Thriller Heavy Rain ausführlich unter die Lupe genommen. Lesen Sie jetzt unseren Test!
Wir haben Quantic Dreams PS3-exklusiven Thriller Heavy Rain ausführlich unter die Lupe genommen. Lesen Sie jetzt unseren Test!

Theoretisch können sogar alle vier Hauptcharaktere im Laufe des Spiels das Zeitliche segnen. Und sterben tatsächlich bestimmte Hauptcharaktere, kann aus einem Happy-End auch schon mal ein dramatisches Finale mit vielen Tränen werden. Und genau das ist die Langzeitmotivation des Spiels, dessen Faszination und Spannung man sich nur schwer entziehen kann: Wissen zu wollen, wie sich welche Entscheidung auswirkt und was man hätte auslösen oder verhindern können, wenn man sich an einem bestimmten Punkt anders entschieden hätte. Nachdem man alle möglichen Ausgänge der Story erlebt hat, soll aber noch lange nicht Schluss sein mit Heavy Rain. Die Entwickler haben bereits die Veröffentlichung von Download-Episoden angekündigt, die die Hintergründe der Hauptcharaktere beleuchten sollen. Weitere Bonusmaterial wird während des Spiels freigeschaltet. So darf man zum Beispiel einen Blick hinter die Kulissen der Castings und Dreharbeiten werfen. Kleiner Tipp von uns: Die Castings ansehen und verblüfft feststellen, wie verdammt gut Quantic Dream die Schauspieler aus Fleisch und Blut digitalisiert und in Heavy Rain übertragen hat. Neben den interessanten Videos gibt es auch noch beeindruckende Artworks zu bestaunen.

Heavy Rain im Test / Madison Paige

Für Ungeduldige

Wer es nicht abwarten kann, die einzelnen Ausgänge oder aber nur die Auswirkungen seiner zuvor getroffenen Entscheidungen miteinander zu vergleichen oder aber wer einfach eine seiner Entscheidungen “rückgängig” machen möchte, kann dies tun, indem er die einzelnen Kapitel direkt ansteuert. Von jedem Kapitel aus kann man neu weiterspielen, wird aber vorher gefragt, ob der alte Spielstand (inkl. der alten Entscheidungen) überschrieben werden soll oder nicht. So ist es möglich, die alternativen Enden kennenzulernen, ohne das gesamte Spiel von Anfang wieder durchspielen zu müssen. Auch wenn die Neugier der Spieler und der Wunsch nach Langzeitmotivation dem sicher widerspricht, befürworten die Entwickler selbst, dass man das Spiel in voller Länge nur ein einziges Mal durchspielen sollte, weil nur die beim ersten Mal, intuitiv getroffenen Entscheidungen, das ureigene und individuelle Spiel widerspiegeln. Das macht auch durchaus Sinn, deshalb sollte man vielleicht einfach Freunde oder den Partner an den Controller lassen, um zu erfahren, wie ihre Story aussieht.

Schnelle Reaktionen gefordert

Die Steuerung von Heavy Rain basiert zu einem großen Teil auf sogenannten Quick-Time-Events. Die Entwickler haben sämtliche Tasten des Controllers belegt. In Action-Sequenzen muss man blitzschnell die auf dem Bildschirm angezeigten Tastenkombis drücken, um sich zum Beispiel im Faustkampf gegen einen Angreifer durchzusetzen. Sind die Reaktionen zu langsam, ist auch ein Scheitern möglich, wodurch sich wiederum unter Umständen der Verlauf der ganzen Story ändert. Ein bisschen schade ist, dass sich die erforderlichen Reaktionen bei den Quick-Time-Events relativ rasch wiederholen, hier hätte man mehr Abwechslung, mehr Rätsel und mehr Raum für eigene Ermittlungsarbeit einbringen können. Die Hauptcharaktere werden ansonsten mit gedrückter R2-Taste am Laufen gehalten und mit dem linken Stick gesteuert. Die Umgebung erforscht man mit dem rechten Stick. Auf den R2-Button zum Laufen hätten die Entwickler jedoch getrost verzichten und sich auf den linken Stick beschränken können.

Heavy Rain im Test / Quick Time Events

Abgesehen von den Quick-Time-Events hat der Spieler jederzeit die Möglichkeit, mit seiner aktuell gespielten Figur “laut” zu denken und in zahlreichen Situationen Entscheidungen zu treffen. Wägt man bei letzterem zu lange ab, übernimmt das System die Entscheidung und man muss mit den daraus resultierenden Folgen weiterspielen. Hier haben die Entwickler aber ganze Arbeit geleistet: Während man sich in ruhigen Situationen gemächlich durch die Gedanken der Charaktere klicken kann, verschwimmen und wirbeln die Gedanken nur so herum, so dass es teilweise gar nicht so einfach ist, den richtigen Button für den richtigen Gedanken zu finden bzw. die gewünschte Entscheidung zu treffen. In unserem Test kam es hier durch die Hektik in brenzligen Situationen auch zu versehentlichen Fehlentscheidungen, was aber durchaus die Realität wiederspiegelt. Quantic Dream hat es aber dank der Steuerung auch hervorragend geschafft, dass wir tief in die einzelnen Charaktere eintauchen und Emotionen entwickeln können. Durch das Ausführen kleinster und für den Spielverlauf vielleicht relativ unwichtiger Bewegungen (Man muss zum Beispiel Rühreier braten, ein Baby in den Schlaf wiegen, eine Kaffeetasse zum Mund führen oder sein Gegenüber sanft und liebevoll streicheln und küssen), fühlt man nach einiger Zeit mit dem jeweiligen Charakter. Diese intensive Erfahrung bietet bislang kaum ein anderes Spiel.