Publisher Ubisoft möchte sich nach den durchwachsenen Verkaufszahlen von Avatar - Das Spiel weniger um Lizenzspiele kümmern.
Lizenzspiele sind ein heikles Thema in der Spielebranche. Während die Publisher gerne die zusätzlichen Umsätze von den Filmver- softungen mitnehmen, entpuppen sie sich für Spieler oft als zweitklassige Unterhaltung mit technischen und inhaltlichen Mängeln. Grund dafür sind die engen Zeitpläne. So muss ein Lizenzspiel spätestens zum Kinostart des Films in den Händler- regalen liegen, wenn man etwas von dem Hype mitnehmen möchte. Da bleibt also kaum Raum für umfangreiche Entwicklungs- arbeiten. Und Verschiebungen aus Qualitätsgründen kommen schon mal gar nicht in Frage.
Das diese Filmversoftungen auch oft zum Bumerang für den Publisher werden können, zeigt sich am besten am Beispiel von Avatar. Während Avatar - Aufbruch nach Pandora an den Kinokassen für Milliardenumsätze sorgte, verkaufte sich das Spiel hingegen deutlich unter den Erwartungen. Ein Grund dafür, dass die Ziele nicht erreicht wurden, ist die Tatsache, dass das Spiel im Dezember auf den Markt kam und die Umsatzkurve nach dem Weihnachtsfest erwartungsgemäß nach unten ging. Publisher Ubisoft möchte daraus jetzt seine Konsequenzen ziehen und in Zukunft keine Lizenzspiele mehr im Dezember veröffentlichen. Man möchte aber noch weiter gehen und sich zukünftig weniger um Lizenzen für Filmversoftungen bemühen und verstärkt auf die eigenen Marken setzen. “Das Ziel ist es, die Investitionen in Lizenzen zu reduzieren und uns mehr darauf zu konzentrieren, unsere Marken größer, häufiger und qualitativ sehr hochwertig zu machen. Das heißt nicht, dass wir da komplett aufhören, aber wir werden zukünftig weniger Geld für Lizenzen ausgeben”, so Yves Guillemot, CEO von Ubisoft. (ok)