Die Eckdaten zu unserem Test:
  • Getestetes Spiel: Brütal Legend
  • Getestete Plattform: Xbox 360
  • Veröffentlichung: 16.10.2009
  • Publisher: Electronic Arts

Im Test: Brütal Legend (Xbox 360)

Im Test: Brütal Legend (Xbox 360)

Eddie Riggs ist der wohl beste Roadie aller Zeiten. Ein Unfall katapultiert den sympathischen Metal-Fan in einer abgedrehte Metal-Phantasiewelt.
Eddie Riggs ist der wohl beste Roadie aller Zeiten. Ein Unfall katapultiert den sympathischen Metal-Fan in einer abgedrehte Metal-Phantasiewelt.

Brütal harte Metal-Welt

In der Welt von Brütal Legend haben sich Schafer und Black offensichtlich richtig ausgetobt und einige ihre wildestens Metal-Jugendphantasien in die virtuelle Realität umgesetzt. Im grünen Metal-Land, das sich übrigens erstaunlich lebendig präsentiert, begegnen einem nicht nur mit Metallspitzen besetzte Fantasie-Tiere, die sich umherlaufende Metal-Freaks zur Beute machen, sondern auch alte Metal-Relikte wie fette, chrom-glänzende V8-Motoren, alte Druiden-Tempel und Totenschädel. Dabei haben die Entwickler auch nicht vor motorisierten Wildscheinen Halt gemacht, die bis an die Stoßzähne bewaffnet sind und deren Gerippe - wie könnte es anders sein - aus glänzendem Chrom besteht. Die Welt sieht aus, als wäre sie direkt einem Metal-Cover entsprungen.

Befreit den Heavy Metal!

In seinem Kampf wird Eddie von gleich mehreren Verbündeten begleitet. Da wären neben den Headbangern, die am Anfang des Spiels aus dem Bergwerk befreit werden müssen und die fortan ihren Kopf im Takt der Musik bewegen, die geheimnisvolle, schwarzhaarige Orphelia, die bereits aus der Demo bekannt ist, und Lars, ein Metal-Jüngling mit blonder Mähne. Die Headbanger sind Eddie im Verlauf des Spiels eine große Hilfe. Per Kommando formieren sie sich im Kreis zum Moshpit, welches Eddie schützt und eine größere Durchschlagskraft bei den Gegnern ermöglicht. Zudem lassen sich sich über das Digi-Kreuz befehligen. So greifen sie auch Kommando Gegner an oder verteidigen eine Stellung. Im Verlauf der Spiels macht Eddie auch die Bekanntschaft von Ozzy Osbourne, der als Hüter des Metal einen kleinen Shop im Brütal Legend-Land betreibt, in dem sich Eddie mit allerlei Upgrades für seinen Hot Rod, seine Gitarre oder seine Axt ausstatten kann. Die nötigen Punkte dafür kann Eddie in den Primär- und Sekundärmissionen sammeln. Lemmy, Kopf der Band Motörhead, der im Spiel die Rolle des Kill Master übernimmt und als mysteriöser Medizinmann des Spiels Tote mit seinen fetten Bass-Melodien wieder zum Leben erwecken kann, kämpft ebenfalls an Eddies Seite. Und auch Judas Priest Sänger und Metal-Legende Rob Halford ist mit von der Partie.

Auf dem Weg zum Metal-Olymp kommen dem Roadie natürlich auch immer wieder spektakuläre Endbosse in die Quere, wie beispielsweise der schleimige Wurm, der bereits in der Demo des Spiels zu sehen war. Bei sämtlichen Bossen muss Eddie zunächst den wunden Punkt entdecken, um diesen dann gnadenlos bekämpfen zu können. So auch eine metallwebende Spinne, die die besten Bass-Saiten des Heavy Metal-Universums spinnt, die der Kill Master dringend benötigt, um die schwer verletzte Orphelia mit seinen Bassklängen zu retten. Ansonsten ist Eddie Riggs ständig in seinem Hot Rod unterwegs, um von einer zu anderen Mission zu eilen, die ein wenig mehr Abwechslung hätten vertragen können. Hinzu kommen Echtzeitstrategie-Elemente, in denen als Basis eine Rockbühne errichtet wird, die mit Hilfe eigener Truppen verteidigt werden muss. Dabei muss Eddie sogenannte Fan-Geysire mit einem Gitarrensolo ala Guitar Hero aktivieren, wodurch diese zu einem Merchandising-Stand ausgebaut werden und Fan-Energie liefern, mit der neue Truppen gekauft werden können. In erster Linie gilt es diese Fan-Geysire zu verteidigen, um schließlich die gegnerische Bühne zerstören zu können.

Der Echtzeitstrategie-Part des Spiels wird nicht jedem schmecken, zumal das Spiel im ersten Teil noch den Eindruck macht, ein reines Hack’n'Slay zu sein. Zudem sind die Battles ein wenig unübersichtlich, da mit Eddie am Boden gekämpft und zugleich die Einheiten befehligt werden müssen. Das führt schnell dazu, dass die eigenen Merchandising-Stände unbemerkt dem Erdboden gleich gemacht werden. Aber die Entwickler haben die Genres bunt durchgemischt. Hinzu kommen Eddies Gitarren-Soli, die wie die bekannten Musikspiele aufgebaut sind. Mit einem kurzen Solo kann Eddie verschiedene Aktionen ausführen, wie beispielsweise seinen Hot Rod herbeizurufen oder die Gesichter seiner Gegner mit einer Gesichtsschmelze … schmelzen zu lassen.

Neben den Hauptmissionen warten noch einige Nebenmissionen, in denen Eddie hauptsächlich damit beschäftigt ist, feindliche Lager dem Erdboden gleich zu machen oder seinen Kollegen unter die Arme zu greifen. Leider ähneln sich diese Missionen schon nach kurzer Zeit. Ein wenig meckern muss man auch über die relativ kurze Solospieler-Kampagne. Die endet nämlich schon nach zirka 6 Stunden. Hier hätte das Metal-Universum doch noch mehr zu bieten gehabt.