Die Eckdaten zu unserem Test:
  • Getestetes Spiel: Brütal Legend
  • Getestete Plattform: Xbox 360
  • Veröffentlichung: 16.10.2009
  • Publisher: Electronic Arts

Im Test: Brütal Legend (Xbox 360)

Im Test: Brütal Legend (Xbox 360)

Eddie Riggs ist der wohl beste Roadie aller Zeiten. Ein Unfall katapultiert den sympathischen Metal-Fan in einer abgedrehte Metal-Phantasiewelt.
Eddie Riggs ist der wohl beste Roadie aller Zeiten. Ein Unfall katapultiert den sympathischen Metal-Fan in einer abgedrehte Metal-Phantasiewelt.

Dank seiner Kult-Band Tenacious D und zahlreichen Filmauftritten ist Jack Black mittlerweile zur Kunstfigur mutiert. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis der Comedy-Rocker auch mal mit einem eigenen Videospiel geehrt wird. Passenderweise hat sich Jack Black dazu mit Kult-Spieleentwickler Tim Schafer zusammengetan. Herausgekommen ist Brütal Legend. Das Spiel erzählt die Geschichte des wohl besten Roadies aller Zeiten, Eddie Riggs, der genial von Jack Black gespielt und vertont wurde. Eddie Riggs ist Heavy Metal Fan der ersten Stunde und wünscht sich in einer anderen Zeit (nicht den Siebzigern, sondern den frühen Siebzigern) geboren worden zu sein, in der Rock noch aus der Seele kam, etwas zu bedeuten hatte und natürlich mit den Händen gemacht wurde.

Durch einen Zwischenfall während eines Gigs wurde Eddie in einer Heavy Metal-Parallelwelt katapultiert, in der er und seine Gitarre Clementine über Superkräfte verfügen und dämonische Gegner in Grund und Boden oder einfach zu Staub rocken können. Das nennt man mal brütal! Die Welt, in der Eddie da gelandet ist, steht kurz vor einer großen Revolution. Lord Doviculus führt mit seinen erbarmungslos durchgestylten Glam-Rock-Schergen, die mit pinken Strähnen und jeder Menge Haarspray frisiert moshend durch die Lande ziehen, eine Schreckensherrschaft und unterdrückt die Heavy Metal-Bewegung. Eddie, der von den Unterdrückten als der prophezeite Erlöser angesehen wird, muss die Revolution anführen und dem Heavy Metal zum Sieg verhelfen.

Vorsicht Lachkrampf!

Brütal Legend rockt in mehrfacher Hinsicht brütal die Lachmuskeln. Das beginnt schon damit, dass einem die Entwickler die Wahl lassen, ob man wirklich jedes schmutzige Wort, was ohne Zweifel zu echtem Rock gehört wie die Butter zum Brötchen, hören möchte oder dies lieber mit dem aus Talkshows bekannten Piepton unschädlich gemacht werden soll. Natürlich möchte man die ganze, ungeschminkte Wahrheit hören. Gleiches gilt für die brütalen Gewaltdarstellungen, die wahlweise angezeigt oder ausgeblendet werden können. Wählt man die Option mit Gewaltdarstellungen, werden “Verstümmelungen und gelegentlichen Enthauptungen” natürlich nur dann gezeigt, wenn es “aus erzählerischen Gründen notwendig ist, der Wahrung historischer Genauigkeit dient oder hammer aussieht.” Alleine schon die Idee, eine Heavy Metal-Welt zu erschaffen und Jack Black als Roadie Eddie Riggs mit seiner Gitarre Clementine und einer Streitaxt auf diese loszulassen, erfordert schon ein Höchstmaß an verrücktem Genie, von dem Schafer und Black reichlich zu bieten haben, und ätzt einem während des Spiels ein brütales Lächeln ins Gesicht.

Besonders zu Beginn des Abenteuers strapaziert Brütal Legend die Lachmuskulatur mit einem Gag nach dem anderen. Hinzu kommen die total abgedrehten Figuren, wie beispielsweise die Headbanger, die im Bergwerk des bösen Imperators Doviculus mit der Stirn Steine kloppen und dadurch eine Nackenmuskulatur wie ein argentinischer Zuchtbulle bekommen haben. Dabei blieben natürlich einige Hirnzellen auf der Strecke. Schafer und Black haben einfach eine genial verrückte Welt mit dem Black-typischem Humor auf den Bildschirm gezaubert. Perfekt!