Die Eckdaten zu unserem Test:
  • Getestetes Spiel: Need for Speed: Shift
  • Getestete Plattform: PlayStation 3
  • Veröffentlichung: 17.09.2009
  • Publisher: Electronic Arts
HDDaily Wertung:

8/10

Im Test: Need for Speed: Shift (PS3)

Im Test: Need for Speed: Shift (PS3)

Need for Speed: Shift soll die Ehre der populären Reihe retten. Wir haben das Rennspiel ausführlich unter die Lupe genommen.
Need for Speed: Shift soll die Ehre der populären Reihe retten. Wir haben das Rennspiel ausführlich unter die Lupe genommen.

Insgesamt lassen sich die Fahrzeuge in Shift vom Audi A3 bis zum Bugatti Veyron ziemlich realitätsgetreu fahren. Besonders in den unteren Klassen stört allerdings ein ständiges Hüpfen der Fahrzeuge bei geringsten Geschwindigkeiten und kleinsten Bodenwellen, durch die man oft unfreiwillig im Kiesbett oder an der Wand landet. Hier hilft nur schnell Geld zu verdienen und das Fahrzeug aufzurüsten. Mit der Zeit verbessert sich so das Handling des Wagens auf ein realistisches Niveau. Absolut überflüssig erscheinen hingegen die Drift-Events in Shift, die ungeübte Spieler fast in den Wahnsinn treiben können. Sämtliche Fahrzeuge, die in den Drift-Events zur Verfügung stehen, brechen unmittelbar nach dem Antippen des Gaspedals unkontrolliert aus. Zum Driften kommt man meistens gar nicht erst. Hier braucht man viel Fingerspitzengefühl und reichlich Zeit zum Üben.

Was man innerhalb der Renn-Events schmerzlich vermisst, ist ein ordentliches Qualifying vor den Rennen, durch die die Startaufstellung festgelegt wird. So kommt es oft vor, dass man im mittleren oder hinteren Feld starten muss, was dazu führt, dass man nur schwer Positionen gut machen kann. Gerade im hinteren Starterfeld kämpft die KI mit harten Bandagen und schnell wird man mit einem beherzten Schubser in die Leitplanke verfrachtet. Die ansonsten sehr gut gelungene KI interessiert es besonders in den späteren Rennen nämlich nur wenig, ob man in einer Kurve auf der Innenseite fährt und eigentlich Vorfahrt hätte.

Präsentation

Shift präsentiert sich optisch äußerst gelungen. Die Fahrzeuge und vor allem deren Cockpits kommen nahe an die Originale heran und bieten zahlreiche Details. Die Bewegung mit dem rechten Stick erlaubt einen Seitenblick ins Cockpit oder aus dem Seitenfenster. Ein wenig enttäuschend sind allerdings die Regionen abseits der Rennstrecken. Hier blickt man auf relativ lieblos gestaltete Landschaften. Es scheint fast, als hätten die Entwickler ihre gesamten Ressourcen in den Aufbau des Fahrgefühls und die Gestaltung der Fahrzeuge gesteckt und in der verbleibenden Zeit bis zum Release noch schnell die Strecken und Landschaften zusammengebastelt. Beim Sound von Shift gibt es allerdings rein gar nichts zu meckern. Zwar wiederholt sich der Kommentator, der den Spieler durch die Karriere begleitet, schon nach relativ kurzer Zeit, dafür gibt es Reifenquietschen und Motorgeheule in bester Qualität. Der Soundtrack ist hingegen eher durchschnittlich. Am besten den Sound abdrehen und die Motorengeräusche voll aufdrehen. So kommt Spaß auf!

Fazit: Die Entwickler haben es geschafft, der Need-for-Speed-Reihe neues Leben einzuhauchen. Technisch ist Shift auf der Höhe der Zeit, die Fahrzeugmodelle sehen erstaunlich gut aus und die Physik-Engine kann überzeugen. Trotz des Wechsels ins Simulations-Lager ist Shift dank der zuschaltbaren Hilfen auch noch für Anfänger fahrbar. Profis kommen mit ausgeschalteten Hilfen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Trotzdem hat Shift auch Schwächen. So sind einige der Einsteigerfahrzeuge aufgrund eines unkontrollierbaren Hüpfens fast unfahrbar, was zu einigen Frustmomenten führt. Die Problematik lässt sich nur durch Aufrüsten der Fahrzeuge beheben. Gleiches gilt für den Drift-Modus, der für ungeübte Spieler zum Frust-Modus werden kann. Wir haben in unserem Test auch ein ordentliches Qualifying vermisst, mit dem die Startaufstellung der einzelnen Events festgelegt wird. So muss oft aus dem hinteren Feld an den Start gehen, wodurch einem der Weg an die Spitze erheblich erschwert wird (wenn man sich denn überhaupt ohne Kollision nach vorne arbeiten kann). Unter dem Strich gibt Shift aber eine ganz solide Figur ab, die nur vereinzelt noch ein wenig Feinschliff benötigt. (ok)