Am Rande der IFA erklärte ZDF-Intendant Markus Schächer gegenüber dem “Handelsblatt”, dass man sich frühzeitig auf hochauflösendes Fernsehen einstellen wolle, da man HDTV als “Fernsehstandard der Zukunft” betrachte. Er gehe davon aus, dass ab Januar kommenden Jahres “rund 25% des ZDF-Angebotes in echtem HD ausgestrahlt werden können”. Geplant ist, dass ARD und ZDF den Testbetriebs von HDTV zur Leichtathletik-WM im August 2009 in Berlin aufnehmen, der dann bis zum Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver im Februar 2010 aufrechterhalten werden soll. Im Anschluss soll dann die reguläre Ausstrahlung erfolgen.
Vor etwa einem Jahr haben sich ARD und ZDF mit der Herstellerbranche auf die nächsten Schritte bei der Einführung von HDTV verständigt. Nach Einschätzungen Schächters wird es eine lange Übergangsphase geben, da aktuell noch über 60% aller deutschen Haushalte ihr Fernsehsignal analog empfangen. Die Voraussetzung für HDTV ist jedoch ein digitales Empfangsgerät. Um zu klären, wann die analoge Übertragung abgeschaltet werden kann, fordern Schächter und der ARD-Vorsitzender Fritz Raff einen Runden Tisch. Der Übergang bei den öffentlich-rechtlichen Sendern soll mit GEZ-Gebühren in Höhe von 100 Millionen Euro finanziert werden. Dieser Unterstützung wurde von der Gebührenkommission KEF bereits zugestimmt, pro Jahr seien 25 Millionen für die HDTV-Einführung vorgesehen, was Schächter als gute Grundlage bezeichnete, mit der man auch auskommen muss bzw. wird. Aus finanziellen Gründen wollen sich die privaten Sendergruppen Pro Sieben Sat 1 und RTL bei den Investitionen in HDTV noch zurückhalten. (mh)